Francisco Alexandre Ferreira de Souza

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geboren am 22.11.1994

Ich bin von Zuhause weggelaufen, weil meine Mutter mich geschlagen hat. Sie wollte, dass ich den Haushalt mache, also bin ich weggelaufen. Ich bin von Viçosa nach Tiangua gegangen und da habe ich auf der Strasse geschlafen. Eines Tages ist jemand vom Conselho Tutelar(Jugendamt gekommen und hat mich nach Hause gebracht, also hat meine Mutter gesagt, dass sie mich woanders unterbringen will, damit ich nicht mehr von Zuhause weglaufe und auf die Strasse gehe. Die Leute vom Conselho Tutelar haben mich zu SOS gebracht, in Fortaleza, von da aus wurde ich hierher gebracht.
Meine Mutter wollte, dass ich das Haus sauber mache, fuer das Essen sorge, aber ich wollte nicht, weil ich lieber spielen wollte, auf der Strasse Ballspielen mit meinen Freunden. Sie ging weg, um in anderen Haeusern zu arbeiten, den Hausputz zu machen, die Waesche zu waschen, um die alten Leute zu versorgen....wenn sie wieder kam, wollte sie ein aufgeraeumtes Haus und fertiges Essen.  Sie sagte, wenn sie wiederkommt, will sie das alles fertig ist, das alles in Ordnung ist. Wenn ich das nicht gemacht habe, weil ich zum Spielen rausging, dann schlug sie mich. Ich wollte die Sachen machen, aber ich wollte meistens lieber spielen. Sie hat mich mit Sandalen geschlagen und manchmal auch mit einem Seil. Aber in den letzten Ferien bin ich nach Hause gefahren und sie hat mich nicht mehr geschlagen, sie war sehr gut zu mir.
Mein Vater arbeitet als Muellsammler und geht sehr frueh aus dem Haus, um 5.00 Uhr morgens, kommt zum Mittagessen zurueck, geht erneut zur Arbeit und bleibt den ganzen Tag weg.
Ich habe einen Bruder, Marcos, er ist aelter als ich, er hat auch mit mir auf der Strasse Ball gespielt. Meine Muttter hat ihm nicht befohlen die Hausarbeit zu machen, denn immer wenn sie wegegangen ist, hat er geschlafen, geschlafen bis 10.00 Uhr, weil er immer sehr spaet geschlafen hat. Wenn sie kam, hat sie mit ihm gestritten, aber das hat nichts gaendert.
Meine Mutter hat nur mit mir gestritten, hat mich nie in den Arm genommen....das war sehr schlimm. Aber in den Ferien war sie meistens gut zu mir.
Ich bin zur Strasse gangen, weil ich die Sachen im Haus nicht machen wollte. Auf der Strasse habe ich nichts gemacht, ich habe meistens nur gespielt. Aber, ich habe nichts gemacht und das war meistens nervig. Ich habe auf dem Buergersteig geschlafen und auf den Baenken der Plaetze. Manchmal habe ich bis zu zwei Tagen auf der Strasse verbracht, danach bin ich nach Hause gegangen. Meine Mutter stritt mit mir, sie sagte, dass sie sich Sorgen gemacht hat. Ich bin nach Tianguá gegangen. Ich bin hinten auf den Lastwagen mitgefahren. Die Fahrer haben es nicht gesehen.
Ich mag es sehr hier im Kleinen Nazareno, es ist sehr schoen. Ich will nur in den Ferien nach Hause und danach wieder zurueck kommen, weil ich hier viele Freunde habe, eine gute Verpflegung. Ich mag die Schule, die Erzieher. Ich mag alle, den Francisco, José, Walpeter, den Carlinhos. Ich mag alle. Wenn ich aelter bin, will ich Fussballspieler werden, weil es toll ist Ball zu spielen. Valdir trainiert uns sehr gut.


Sein Rufnahme ist Alexandre und er lebt seit mehreren Jahren im Nazareno-Dorf/Fortaleza. Wie die meisten Brasilianer, spielt er leidenschaftlich gerne Fussball. Als er zu uns kam, war es das erste Mal, dass er einen Schulraum von innen sah. Er ist jetzt im ersten Schuljahr und hat eine positive Aufnahmefähigkeit. Er ist ein sehr netter und trotz seiner Leidensgeschichte, ein Junge, der nicht durch negative Verhaltensweisen bisher aufgefallen ist.

Lassen wir ihn alber selbst zu Worte kommen:
„ Meine Mutter hiess Dona Benedita und mein Vater, Francisco. Ich bin in Fortaleza geboren und lebte, bevor ich zur Stra?e gegangen bin, mit meiner Familie in einem sehr armen Haus, dass ein Dach aus Stroh hatte. Mein Vater verkaufte Drogen, schnüffelte aber kein Schusterleim, wie meine Mutter. Ich habe oft meiner Mutter beim Schnüffeln zugeschaut. Wenn mein Vater nicht zu Hause war, dann verkaufte meine Mutter die Drogen an die Kunschaft, die zu uns kam. Beide wurden umgebracht. Sie wurden erschossen. Den Mörder von meinen Eltern habe ich nie kennengelernt. Als meine Eltern tot waren, kam uns eine Frau besuchen, die mich fragte, ob ich nicht bei ihr wohnen wollte. Ich bin dann mit dieser Frau gegangen. Ihren Namen habe ich vergessen. Ich weiss nur noch, dass es mir bei ihr nicht gut gefallen hat. Deshalb bin ich auch abgehauen. Ich lebte eine lange Zeit auf der Stra?e, zusammen mit meinen Brüdern. Obwohl ich Klebstoff und Schusterleim schnüffelte, so wie meine verstorbene Mutter, habe ich nie geklaut. Nur wenn ich sehr viel Hunger hatte, habe ich in den Geschäften Essen geklaut. Ich weiss nicht einmal, wie lange ich auf der Stra?e geblieben bin. Ich schlief oder am Strand oder in den Bushaltestellen. Ich wurde dann vom einem Erzieher des Kleinen Nazareno angesprochen und der hat mich dann gefragt, ob ich nicht von der Stra?e gehen wollte. So kam ich dann zum Nazareno-Dorf und lebe seit einem Jahr hier. Hier ist es sehr schön, doch nachts wache ich oft auf, wenn ich von meinen Eltern träume.“

 

 


 

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