
geboren am 11.08.1994
Ich lebte mit meiner Familie in „Bom Jardim“.
Sowohl meine Mutter als auch meine Schwester bettelten auf der Straße und ich tat das gleiche, insbesondere an den Busbahnhöfen „Siqueira“ und „Messejana“. Ich hatte Glück, denn die Leute gaben mir immer etwas. Oftmals bin ich mit dem Bus einfach nur so durch die Stadt oder zum Strand „Naútico“ gefahren, um dort zu betteln. Ich habe jede Nacht gemeinsam mit meinen Freunden auf der Straße verbracht und dort geschlafen. Erst bei Morgendämmerung bin ich nach Hause gegangen. An der Strandpromenade habe ich gemeinsam mit meinen Freunden Klebstoff geschnüffelt. Ich habe auch versucht zu stehlen, hatte dann aber immer zuviel Angst, irgendwelche Gegenstände mitgehen zu lassen. Eines Tages haben meine Freunde und ich in ein Haus in der Nähe des Strandes eingebrochen, in welchem sich sehr viel Geld befunden hat. Wir wurden jedoch gesehen und kurze Zeit später kam die Polizei und hat uns aufs Revier mitgenommen. Dort verbrachten wir die ganze Nacht. Sie haben uns Guaraná (Limo) gegeben und zwei große gefüllte Teigtaschen und am nächsten Morgen ließen sie uns wieder gehen.
Einmal, als ich auf der Straße war, kamen die Leute von der SOS-Einrichtung und fragten mich, ob ich nicht duschen und Fernsehen möchte. Sie nahmen mich in ihre Einrichtung mit und als ich dort ankam, lachten sie mich alle freundlich an, aber ich habe mit keinem gesprochen.
Einmal war ich am Busbahnhof „Siqueira“ und habe gerade geschnüffelt, als mich ein Erzieher vom OPN ansprach und fragte, ob ich nicht im OPN leben möchte. Ich sagte ja und dann nahmen sie mich mit, gemeinsam mit einem anderen Jungen, Elias. Hier gefällt es mir sehr gut, aber ich bin schon einmal von hier abgehauen und wieder zum Busterminal „Siqueira“ zurückgekehrt. Ein Erzieher des OPN hat mich dann am Busbahnhof aufgesucht und mich wieder zurück gebracht. Nun bin ich sehr froh, dass ich hier bin.